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Was schenken wir uns, 2022?

Die ersten Tage im neuen Jahr sind vorüber. Ich war mit mir und meinen Erwartungen beschäftigt. 2021 endete mit einer schweren Augenentzündung, so dass ich erst seit einigen Tagen wieder klar sehen kann. Klar sehen, genau. Genau hinsehen, was gerade los ist, bei mir und in der Welt um mich herum.

Wie sich in 2021 schon abgezeichnet hat, konnte es für mich nicht so weitergehen wie bisher.

Eine große Trennung, der Wechsel meines Wirkungsgebiets, familiäre Veränderungen, der Verzicht auf Alkohol – das alles hat große Umwälzungen angestoßen. Was bedeutet das für ein Jahr, in dem die Rahmenbedingungen einer Pandemie mein Arbeiten bis in Kleinste beeinflussen?

Wie viele Menschen in krisenhaften Zeiten habe ich im letzten Jahr versucht, einfach weiterzumachen:

Das Schiff in den altbekannten Routen zu steuern, die Stürme zu nehmen, wie sie kommen. Das, so dachte ich, hat eine Weile ganz gut funktioniert.

Dann, eines Morgens im Spiegel, merkte ich, dass es ÜBERHAUPT nicht funktioniert hat.

Ich war mir im Versuch, alles beim Alten zu lassen, abhanden gekommen.

Ich habe nicht mehr geschrieben. Kaum noch kreative Schübe gehabt. Wenige Kontakte aufrecht erhalten und mich bei Treffen mit diesen zurückgenommen.

Das, was ich anderen und mir selbst angeboten habe, war eine leere Hülle, die funktioniert, anwesend ist. Aber im Herzen, im Inneren, war ich einfach nicht richtig da.

Natürlich ist es für mich schwer, mir einzugestehen, dass das, was ich bisher gelehrt habe, nicht mehr in allen Teilen für mich anwendbar ist.

Was kann Entspannung auch noch leisten, wenn sie auf einem Untergrund fußen soll, der nicht standfest ist? Wie soll kognitive Umstrukturierung (also Mentalarbeit, Stressreduktion) klappen, wenn der Boden, das Fundament des Alltags, beständig wackelt?

Es greift eben gar nicht, kann gar nicht wirken, da die Basis beschädigt ist und einer Erneuerung bedarf.

Was also tun?

Im Außen nach Lösungen zu suchen, mag instinktiv richtig erscheinen: Die Medien machen es vor, jeden Tag gibt es neue Sündenböcke, auf die Dinge abgewälzt werden.

Laute Stimmen machen Stimmung, hetzen, jagen… wie einfach ist es da, sich anzuschließen, besonders, wenn man des Kampfes so überdrüssig geworden ist.

Oder wenn die Kraft für eigene Haltungen fehlt, da die einfache Organisation des Alltags voller Bedingungen ist, die alle erfüllt werden wollen, in einer bestimmten Reihenfolge, damit “Normalität” ermöglicht wird.

Die Lösung ist einfach, und sie ist hart: Es ist an der Zeit, den Versuch des Funktionierens aufzugeben.

Mit 44 weiß ich, dass sich das von Außen wie Aufgaben anhört. Und es IST ein Aufgeben- allerdings diesmal nicht von mir selbst, sondern von den Dingen und Sachverhalten, Zuständen, die meinem Seelenheil nicht mehr dienlich sind.

Die Trennung in 2021 (genau wie meine Trennung vor 15 Jahren) hat mir gezeigt, dass ich mich erholen kann. Von einer tiefen Schmach, von Trauer und Verzweiflung, von Ansprüchen, die ich als junge Frau einmal an mich gestellt habe, nicht besser wissend, übernommen von den Frauen in den Generationen vorher:

Gut sein, brav sein, angespasst sein, still sein. Das alles kann ich überwinden. (Und ich kann die Stimmen einfach leiser drehen, die sagen: Ja hast du denn gar nichts gelernt, dass du wieder in die Falle getreten bist?)

Ich darf mich aufraffen, mich heilen und wieder neu in meine Mitte kommen, auch in meiner Arbeit:

Muss ich weiterhin so tun, als hätte ich alle Antworten, um eine gute Beraterin zu sein? Nein. Muss ich bombastisch werben werben werben, muss ich schreien, muss ich Versprechungen raushauen, wie andere billige Früchte am Ende des Markttages, um Kundinnen zu ziehen? Nein.

Was ich tun muss, ist AUTHENTISCH sein.

Mein Angebot vorhalten, darüber sprechen und mich bereithalten. Mich öffnen für Begegnung und für das, was zu mir kommen will, zum richtigen Zeitpunkt. Mich ansehen und mir selbst klarmachen, dass ich nicht noch eine Ausbildung brauche, sondern dass ich jetzt, genau jetzt, genug mitbringe, um Menschen zur Seite zu stehen in ihren eigenen Prozessen.

Denn wenn ich eines kann, dann ist es, im Prozess zu sein. DA zu sein. Bereit zu stehen und zu sagen: Ja, ich gehe mit dir, sag mir, wohin du willst.

All das geht nur, wenn ich stehe. Wenn der Boden unter meinen Füßen mein sicheres Terrain ist, auf den ich gehöre. Das ist die Aufgabe dabei. Das ermöglicht alles, was ich will.

Ich werfe also mein gesamtes Potential und meine Erfahrung vor dem Jahr 2022 auf den Tisch und sage

“Hier, bitte schön, nimm dir, was du brauchst.”

Ich bin bereit zu geben. Ich bin bereit zu fühlen. Ich bin bereit, dazusein, wenn du mich brauchst.

Und das ist in diesem Jahr mein Angebot, für dich und für mich. Ich bin da. Ich schenke mich diesem Jahr. So, wie ich bin. So, wie ich am BESTEN bin.

Wenn du mit mir arbeiten willst, sei eingeladen, mich anzuschreiben.