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In der Stille ist ein Weg

Als ich heute morgen erwachte, bemerkte ich gleich, dass etwas anders war als in den Tagen zuvor. Zuerst konnte ich es nicht greifen, aber dann wurde mir klar:

Die Stille ist zurück.

In der Hochzeit der Coronapandemie hatte ich sie zum ersten Mal wieder bewusst wahrgenommen: Lockdown und die allgemeine Unsicherheit hatten dazu geführt, dass weniger Autos fuhren, mehr Menschen zuhause blieben und insgesamt der Alltagslärm weniger wurde.

Als sensible Person umarmte ich diese Veränderung und freute mich, dass Bienen und Vögel und Bäumerauschen wieder zu hören waren.

Dass diese Ruhe langsam wieder dem normalen Geräuschpegel einer Kleinstatt gewichen war, fiel mir erst heute früh auf, in der Stille des Feiertagsmorgens:

Keine Autos, keine Rasenmäher, keine hektisch aufbrechenden Nachbarn. Kein Baumaschinenlärm. Kein Partymucke.

Da wurde mir bewusst, wie sehr ich sie vermisst hatte, die Stille.

Mich der Stille auszusetzen fällt mir dabei nicht so leicht, wie es bei meiner Begeisterung scheint: Sie führt mich direkt hin zum Wesentlichen, lenkt mich, lenkt mich aber nicht ab, und ebnet den inneren Weg hin zu einer Betrachtung meines aktuellen Zustands.

Ganz schön anstrengend, denn da ist einiges los im Inneren. Ein ziemlicher Sturm herrscht an Veränderungen, angestossenen Prozessen und dem Grundrauschen des Alltags, in dem all dies stattfindet.

Genau dort hineinzuschauen, mit offenem Ohr, und der inneren eigenen Stimme zuzuhören, kann Angst machen. Wobei:

Ein neuer Weg zeigt sich, der im lauten Draußen nicht zu ahnen war.

Das alte Sprichwort, das ich oben umgewandelt habe, bringt uns zwar an ein Ziel: Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Ob dieser Weg aber der für uns richtige ist, das erfahren wir nur, wenn wir ihm vorurteilsfrei mit unserer ganzen Aufmerksamkeit begegnen und uns hingeben in die Erfahrung, dass dort in der Begegnung möglicherweise auch ein NEIN auf uns wartet.

Dieses nicht-willentliche NEIN, oder auch das ehrliche JA, kommt aus der Tiefe. Eben genau von dort, wo Worte nicht mehr gelten und wo Raum und Zeit sein dürfen.

Wenn du schon einmal in eine tiefe Meditation versunken warst, weißt du, was ich meine: In der Stille zeigt sich der Weg, wie er ist, nicht, wie wir denken, dass er sein müsste.

Als ich heute morgen bemerkte, dass mir die Stille so fehlte, habe ich beschlossen, sie wieder mehr in mein Leben einzuladen.

Das heißt, dass ich ihr/mir Raum gebe, einmal nicht ereichbar zu sein, Aufgaben abzulehnen, Verpflichtungen zu minimieren und mir wieder mehr unverplante Zeit schenke. Dann, so hoffe ich, kann die Stille zurückkommen, und mit ihr der klare helle Weg und seine Hinweise, welcher Schritt der nächste richtige für mich ist.

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