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Gut? Genug.

Na, bist du auch schon drin im Jahresendhype? Ja, ich auch. Obwohl es noch nicht mal der Tag vor Silvester ist, laufen die mentalen Drähte bei Einigen schon seit Wochen heiss:

Das Jahresende ist randvoll gepackt

„Ich muss die Steuerklärung 2019 noch vorbereiten.“

Und: „Ich hab noch nicht alle Dekoartikel/ Vorsätze/ Diätpläne für das neue Jahr!“

Oder, auch immer wieder gut: „Ich muss noch 3 Kilo vom Weihnachtsspeck loswerden, damit ich in das Traumsilvesterkleid passe, das ich vor Weihnachten im Sale gekauft habe!“

Klassischerweise konzentriert sich die allgemeine Erfüllungshektik auf das Jahresende: Damit man im Januar nicht weniger produktiv ist, als 99,9 % der Menschheit, wird noch mal richtig Gas gegeben.

Allein vom Zuhören werde ich da schon ziemlich müde.

Klar, ein paar Projekte sind immer offen, und mit Familie und Kindern gerne auch ein paar mehr. Aber braucht es diese Jahresend-Un-Romantik wirklich? Ich denke nicht.

Seien wir doch mal ehrlich: Wir haben das ganze Jahr schon längst über unsere Grenzen hinaus gearbeitet. Die Alleinerziehenden unter meinen LeserInnen wissen genau, was ich meine.

Mütter neigen im Allgemeinen schon während des Jahres dazu, konstant alles zu geben, und mehr noch, als sie eigentlich können (Väter schon auch, aber erfahrungsgemäß hängt die Mehrbelastung eben doch an den Frauen):

Haushalt machen, Existenz sichern, Kinder erziehen, Familien zusammen halten, Geschenke überlegen/ besorgen/ umtauschen/gerecht verteilen, Kleidung besorgen/ Größen kennen/ umtauschen/ morgens dafür sorgen, dass sie angezogen wird/ waschen/ bügeln/ verstauen (huch…so viel kann man mit Kleidung machen!), einkaufen, kochen, putzen, Freizeitvergnügen recherchieren/ Fahrdienste zur Freizeit organisieren, altersgerechte Beschäftigung anbieten (Kindern und Senioren), das Haustier füttern/ baden/ pflegen/ zum Tierarzt bringen, das Team mit kleinen Aufmerksamkeiten bei Laune halten, für die Jahresdeko sorgen, den Müll rausbringen, schön aussehen, nicht zu zickig sein/ eine eigene Meinung haben, Seminare vorbereiten, Vorträge halten, die Finanzen checken und verwalten, das Arbeitspensum bis zur Deadline schaffen (und den Teil des faulen Kollegen auch noch retten)…

Die Liste ist lang.

Daher denke ich ist es gerechtfertigt, wenn das Jahresende nicht auch noch mit weiteren Verpflichtungen zugepackt wird. Besonders, wo Weihnachten in Zeiten von Patchwork-, Schwieger- und Stieffamilien einen immer größeren Aufwand an Koordination und Gelassenheit fordert.

Wenn es denn für 2020 schon Resolutionen geben muss, dann plädiere ich für diese hier:

  1. Gelebte Selbstliebe wird Feiergrund Nummer 1.
  2. 2020 darf notorisch unperfekt sein und wird trotzdem top.
  3. Reicht schon.

Das ist doch mal ein Ausblick, der das kommende Jahr jetzt schon in viel entspannterem Licht erstrahlen lässt: Weniger ist mehr, unperfekt darf sein, und JedeR ist genau richtig wie er/sie ist.

Für mich persönlich passt das wunderbar zu meinem liebsten Auf- den-Spiegel- Mal- Spruch: Ich bin gut. Genug. (Wer will, kann ja gerne nach oben ein bisschen drauflegen. Muss aber nicht.)

In diesem Sinne wünsche ich dir einen wunderbaren, zarten, selbstliebevollen Jahresausklang mit weniger ToDo und viel mehr WantTo.

Vielleicht erlaubst du dir zur Feier des Tages einfach mal, früher aufzuhören mit dem, was „noch nicht fertig“ ist. Und gönnst dir ein zufriedenes Nicken und einen Schulterklopfer. Gerne auch mit einem Gläschen Sekt oder Grüntee, denn:

Du bist gut GENUG.

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