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Deine Ehrlichkeit ist dein Kapital

Es regnet. Endlich.

Ich sitze in meiner Küche und schreibe diesen Artikel. Meine Tiere knistern in ihren Freilaufgehegen und das Haus ist ansonsten still. Nur den Regen hört man gegen die Fenster prasseln.

So habe ich mich lange nicht gefühlt. So aufrichtig, mir selbst gegenüber.

Diese neue Zeit bringt es an den Tag:

Auch Coaches haben ein Eigenleben, in dem sie mit sich selbst hadern und sich weiterentwicklen und ihre Grenzen ausloten. Das macht uns zu guten Coaches, meistens. Manchmal nervt es auch einfach nur.

Ich bin müde und esse Bretzel mit Dip aus einem Glas, während ich nachdenke. Schreiben und denken sind das, was mich neben beobachten ausmacht, das hatte ich im letzten Artikel schon erwähnt.

Warum ich das hier wieder aufgreife? Weil es mich ausmacht.

Nein, verkaufen kann ich damit nichts. Will ich auch nicht. Ich will mich nicht mehr verkaufen. Das ist mein Hauptleearning aus der Coroanzeit bisher.

Das Herz geht vor

Als ich mich nach den vielen Jahren des Lernens und Für- Andere-Sorgens selbstständig gemacht habe, bin ich meinem Herzen gefolgt. Ich hatte keine Ahnung, ob dabei überhaupt etwas bei „herum kommt“. Ob mich jemand buchen würde, oder ob meine Ideen und Weltsichten von Interesse sind.

Mittlerweile weiß ich: Ja, es gibt Menschen, die sich mit mir verbinden. Die meine Arbeit zu schätzen wissen, die vielen Fragen, die ich stelle und die liebevolle und ehrliche Spiegelarbeit, die ich denen anbiete, die mutig sind.

Heute, mit dem Regen im Hintergrund, fällt mir wieder auf, dass ich mich dafür voll und ganz entschieden habe:

Für diese Ehrlichkeit, die alles durchdringt.

Uh, das ist ganz schön unbequem, sagen die einen, und machen sich ein Bier auf. Jaja, sagen die anderen, und fangen an zu beichten, was das Zeug hält. Irgendwo dazwischen findest du mich. Ich sage nicht alles, was ich denke, aber manchmal ist es einfach dran. So wie jetzt.

Dass der Regen fällt und ich in der Küche Essbarem nachjage, erinnert mich an meine Studienzeit. Frisch von zuhause ausgezogen, war ich so frei wie selten danach wieder. Jetzt, mit beinahe großen Kindern, komme ich dem wieder nahe und ich merke:

Ich bin noch da.

Keine Sorge, das wird hier keine Beichte. Nur ein Vergleich, der dich vielleicht auch daran erinnert, dass du hinter den Corona-Planungen und dem Homeoffice und den Absprachen mit dem Pflegedienst und dem Kindsvater und der ausfallenden Schule und den Rollenübernahmen auch noch existierst.

Ja, auch du bist noch da. Mit allem, was dich ausmacht. Und das, obwohl oder gerade weil du da bist, wo du jetzt gerade stehst.

DU bist noch da.

Deinem Inneren ist es egal, wie hoch dein Kontostand ist oder welche Marke auf deiner Handtasche steht. Es ist ihm auch egal, ob du die Haare färbst oder einen BH trägst oder vor deinem Haus eine Buchsbaumhecke steht (der Zünsler kommt auch dieses Jahr bestimmt).

Was deinem Inneren aber nicht egal ist, ist die Art, wie du dich morgens im Spiegel ansiehst. Und das, was auf diesen Blick folgt, ist ihm auch nicht entgangen.

  • Wann, frage ich dich deshalb, warst du das letzte Mal so richtig ehrlich zu dir? Wann? Kannst du dich erinnern?
  • Wann hast du dich zum letzten Mal mit den Augen eines neugierigen Besuchers in deinem Leben umgesehen und dich gefragt, wer hier eigentlich wohnt?
  • Welche Person das ist, die die Mokkatassen farblich zu den Vorhängen ausgesucht hat und den Kamin hat, der nie angezündet wird, weil er so viel Schmutz macht?
  • Wann hast du deinem liebsten Freund gesagt, dass du ihn schon lange liebst, obwohl du mit dem sicheren Mann verheiratet bist, der dir aber nicht die Gespräche und Umarmungen schenkt, die du brauchst?
  • Wann hast du zum letzen Mal deine Musik gehört, auf dem Wohnzimmerboden, in voller Lautstärke, mit einem Grinsen im Gesicht, weil du den Basslauf des Songs erkannt hast, bevor der Sänger einsetzt?

Ja, da sind wieder diese verdammt unbequemen Fragen, deren Anwort dein Innerstes längst kennt: Schon viel zu lange nicht mehr.

Die Uhr tickt

An dieser Stelle höre ich dir Uhr ticken und weiß, es ist Zeit. Zeit für mehr Ehrlichkeit. Zeit für Entwicklung. Zeit für einen rasanten Trip zurück in dein persönliches Wunderland.

Nein, wir machen keinen Stopp im Warenladen. Du brauchst nicht noch mehr Status oder Deko oder Plastikkram. Du musst auch nicht der Herde folgen und dir über den Ausflug in die Sonne vermiesen lassen.

Was du brauchst, weißt du doch am besten selbst. Ja, tief in dir drin kennst du dir Antwort.

Die Frage ist: Wann fängst du an, es dir zu nehmen? Und- traust du dich überhaupt?

Wenn du jetzt zögerst und sagst, dafür ist morgen auch noch Zeit, dann hast du nicht richtig in den Spiegel gesehen. Morgen, so wissen wir doch spätestens seit den letzten Beschränkungen, kommt dir nur die Telefonkonferenz/ der Einkauf/ die Buchsbaumhecke zwischen dich und das, was dein Herz sich wünscht.

Also- wann nimmst du dir Raum, um ehrlich zu sein und machst den ersten Schritt- zurück zu dir? Gib dir die Antwort, und sei ehrlich. Dann bist du schon auf dem Weg.

Radikal selbst-liebevoller Wandel ist mein Spezialgebiet. Schreib mir, wenn du Ideen brauchst.

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