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Suppe und Brot

Es hatte seit Tagen geregnet und ich war krank.
Husten und eine fiese Erkältung zwangen mich zur Ruhe. Nicht viel mehr außer Lesen und Denken war möglich, und letzteres aufgrund des Kopf-unter-Glocke-Gefühls auch nur eingeschränkt.

Dass es wieder bergauf geht, merkte ich nicht nur daran, dass der nie enden wollende Strom an benutzten Taschentüchern endlich versiegte und meine Mitmenschen mich nicht mehr mitleidsvoll anschauten. Sondern auch daran, dass ich Hunger hatte. Hunger. HUNGER! So richtig, auf tausend Sachen gleichzeitig!

Da ich weder einkaufen war noch mich mit irgend einem Fertiggericht quälen wollte, beschloss ich, mir eine Suppe zu machen. Ich schnibbelte Karotten und Ingwer und Kartoffeln und Zwiebeln und setzte die Brühe an. Würzte und schmeckte ab und wartete. Ganz langsam wallte das Wasser hoch und ich hörte, wie es zu köcheln begann. Die Gasflammen knisterten leise gegen den Topf, und langsam zog der Duft eines frisch gekochten Essens durch die Wohnung. Es dauerte fast eine Stunde, aber dann war es soweit: Gemüse und Kräuter verbanden sich zu einem magischen Moment und ich konnte essen.
Was für ein Genuß nach den Tagen gleichförmigen Schmeckens!

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich den ganzen Topf leergegessen habe. Den letzten Rest, also das, was ein bisschen angekrustet war, wischte ich mit einem Kanten Brot aus dem Topf. Das habe ich als Kind schon geliebt und als Erwachsene nie abgelegt. Satt im Magen und in der Seele ging es mit meiner Genesung schnell wieder bergauf.

Guter Körper.

Weiß genau, wann es Zeit ist, Pause zu machen und wann es weitergehen kann.