An dieser Stelle teile ich aktuelle Entwicklungen rund um Anker im Alltag und erzähle dir, was mich gerade beschäftigt. Schön, dass du mitliest. 🙂
Update Dezember
Puh, das war ein heftiges Jahr. In Gesellschaft und Politik hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Standards immer wieder treu zu bleiben und für das einzustehen, was zählt-ganz besonders, wenn sich die zugehörigen Werte rund um Chancengleichheit, Feminismus und Frieden drehen. Wir haben alle Platz am Tisch, wenn wir zusammenrücken und uns daran erinnern, dass wir alle gleichwertige Wesen auf diesem Planeten sind. Und wir haben ein Recht darauf, gehört, gesehen und beteiligt zu werden, auch wenn wir nicht die Sprache sprechen, die verlangt wird, nicht die Hautfarbe tragen, die Macht verspricht, nicht den „typischen“ Weg gegangen sind oder gehen, und ganz besonders auch, wenn wir nicht als Mensch, sondern als Tier, Pflanze, Erde und Land gelten und auf den ersten Blick keinen „Gewinn“ bringen- zumindest in den Händen des patriarchalischen Kapitalismus. Es gibt keine Trennung von Innen und Außen, alles gehört dazu.
Trotz vieler Bewegungen im Außen habe ich in diesem Jahr (mindestens!) drei für mich immens wichtige Meilensteine erreicht:
Im April ist der Podcast an den Start gegangen, der sich seitdem einer stetig wachsenden Hörer:innenschaft erfreut. Ich danke euch so sehr, dass ihr etwas von dem mitnehmt, was ich zu sagen habe, und dass ihr für eure eigene Entwicklung etwas herausziehen könnt. Liebe geht raus.
Der zweite Meilenstein sind genau genommen (bis dato) 49 Meilensteine: Das ist die Anzahl an Seminaren, an Terminen und an Workshops/Coahings, die ich 2025 gehalten habe, neben der Arbeit im VAMV Aufsichtsrat, neben den Gremien für die Frauenarbeit und neben meiner Forschung. Das ist eine ganze Menge, dafür, dass ich Anker im Alltag als kleines Sideprojekt aufgezogen habe, um einem inneren Anteil Raum zu verschaffen. Auch dafür, danke, ihr seid wunderbar, ich bin so stolz und dankbar, dass ich tun darf, was ich liebe-dank EUCH.
Der dritte Meilenstein ist privater Natur, aber ich teile ihn, denn ich bin mir meiner Verantwortung bewusst: Die, die voran gegangen sind, erzählen vom Weg, damit ihn weitere gehen können. Ich habe mich in diesem Jahr aus zwei sehr ungesunden Beziehungssystemen befreien können. Diesen Schritt habe ich über die letzten drei Jahre vorbereitet und geplant, und es steckt eine tiefe Leidensgeschichte hinter beiden, die ich nun hinter mir gelassen habe.
Ich habe den Prozess dieser Wandlung für mich aufgezeichnet und kann im Rückblick nur sagen, wie viel Kraft und immer wieder neue Motivation es mich gekostet hat, dranzubleiben. Ich habe es geschafft, ich bin durch diese Erfahrung zurück zu mir selbst gekommen, und ich bin unglaublich stolz und froh, dass es mir gelungen ist. Damit sage ich allen, die noch in der gleichen Situation stecken: Bleib dran. Vertraue dir und deinen Gefühlen, und unternimm die winzigen Schritte, die dir wie „nichts“ vorkommen: Sie führen in die Freiheit. Und-keine Sorge: Meine Erfahrungen sind nicht verloren, das nächste Projekt wartet schon.
Für das Jahresende erlaube ich mir nun, ein paar lose Prozesse noch zu beenden, bevor ich mit Stolz und Freude auf das kommende Jahr schaue. Es wird grandios, es wird bunt, und es wird phänomenal. Yeah!
Komm gut mit nach 2026, danke, dass du du hier mitliest und danke, dass du dabei bist.
Was ich gerade höre: Silent Agreement – fetzt, groovt, sowas hat mir noch gefehlt. Grüße an die Band!
Was ich gerade lese: Bram Stokers Dracula, muss einfach sein.
Was mich inspiriert: Alle Frauen, die sich auf den Weg in ihr eigenes Leben machen und darauf vertrauen, dass sie irgendwo wieder ankommen. Bleibt dran, ihr schafft das, und ihr seid wunderbar.
Update September
Der Sommer flog nur so vorbei, mit inneren und äußeren Prozessen mehr als gut gefüllt. Ich danke allen, die mit mir in Sachen Kräuter unterwegs waren… wunderbare Begegnungen, in denen wir uns gegenseitig an unsere Verbindung mit und in der Natur erinnert haben. Jetzt gilt es, die Ergebnisse gut zu integrieren: Genau wie in der Natur fühle ich die nahende Herbst-Rückzugsbewegung, auch wenn sich im Außen natürlich weiterhin einiges entwickelt. Das große Ausatmen darf noch etwas warten… bis dahin schmücken die knallorangenen Beeren von Hagebutte und die roten Körner des Weißdorn meine Lieblingsecken.
Seit dem 1.9. bin ich anteilig in einem Forschungsprojekt an der Katholischen Hochschule Mainz beteiligt, um Bedarfe digitaler Beratungskompetenzen in der Sozialen Arbeit anzuschauen und zu entwickeln. Damit erfüllt ich mein Wunsch, einen tieferen Blick in die Forschung zu nehmen und das nachzuholen, was im Laufe der letzten Jahre aufgrund maximaler Care-Arbeit in den Hintergrund getreten ist. Es ist nämlich so: Während sich einige männlich gelesene Menschen damit brüsten, dass sie einen sinstringenten Karriereverlauf hatten und „so erfolgreich“ waren, hinken weiblich gelesene Personen und Menschen mit Care-Veranwtwortung ihren Zielen hinterher, weil es strukturelle, nicht persönliche!- Hindernisse gibt, um dranzubleiben. Die Wiesbadener Biennale 2025 hat dafür eindrücklich Belege und Lösungsansätze geliefert.
Da ich merke, dass das Thema möglicher Traumatisierung in meinem Beratungskontext immer größer zu werden scheint (oder ich werde achtsamer dafür, wer weiß 😉 ), bilde ich mich noch weiter in Traumasensibler Beratung in systemischen Kontexten bei Dr. Isolde Macho fort. Auch hier ist einiges in Bewegung, durch das neue Netzwerk kommen ganz tolle Impulse, und ich freue mich, dass ich mich beruflich mit Inhalten beschäftigen darf, die mir wichtig sind. Das ist ein ganz schönes Privileg und eine besondere Verantwortung, das wird mir immer mehr bewusst. Die Alleinerziehende, die sich auf ihrem Weg in eine sichere Zukunft so angestrengt hat, ist ganz schön stolz in meinem Inneren. Für die kommenden Wochen stehen passendeweise noch einige Online-Veranstaltungen rund um einen alterssensiblen Umgang mit neuer Arbeit/New Work an.
Natürlich bin ich auch schon in der Planung für das kommende Jahr: Was wünschst du dir von mir für 2026? Gibt es etwas, was du thematisch gerne bearbeiten oder in Form eines Workshops sehen möchtest? Wie immer kannst du mich über das Kontaktformular anschreiben. Die ersten Termine kommen bald auf die Homepage, bleib hier gerne dran. Falls du selbst eine Hilfestellung in einer akuten Krise brauchst, kannst du dir erste Hinweise auf dem neuen Reiter anschauen (bitte beachte, dass ich keine Akutberatung anbiete, aber dort findest du Anlaufstellen).
Was ich gerade höre: Die ungesagten Worte meiner inneren Anteile- es ist Zeit, dem Raum und Stimme zu geben, was sich zeigen will.
Was ich gerade lese: Slow Seasons von Rosie Steer– perfekt für die regengrauen Tage, die zu Couch, Tee und Buch einladen
Was mich inspiriert: Der Austausch mit lieben Kolleg:innen…gemeinsam an dem zu arbeiten, was uns wichtig ist, fühlt sich ganz wertvoll und verbunden an.
Update Juli
Während die einen Billionen für ihre Hochzeit in einer antiken und denkmalgeschützten Stadt feiern, die unter dem Klimawandel ächzt, sind andere jeden Tag damit beschäftigt, sich aus alten Strukturen zu lösen, die sie in ihrer aktuellen Situation zu halten versuchen. Als Beraterin bekomme ich direkt mit, was die letzteren tun müssen, um mental gesund zu bleiben und um sich und ihre Herzensmenschen über Wasser zu halten, seelisch, körperlich, finanziell. Respekt vor diesem Prozess!
Dieser Sommer, der nun im Juni schon mit Temperaturen knapp an den 40 Grad kratzt, zeigt ganz deutlich, wo als Menschheit unsere Priorität liegen sollte: In der Konzentration auf das Wesentliche, in der Abkehr von allem, was nicht mehr dient und in der Hinwendung zu allem Gesunden, Fruchtbaren und die Gemeinschaft unterstützende.
Aber, und das sage ich ganz deutlich: Um die Gemeinschaft zu unterstützen, braucht es ein stabiles Fundament für sich selbst, mit genug Kraft und einer gesicherten Basis, damit das Geben nicht zu einer weiteren Belastung wird. Aktuell konzentriere ich mich deshalb genau darauf: Mich weiterhin zu einer sicheren Basis zu führen, von der aus ich besser geben und weniger reaktiv sein kann. Denn genau das war das Ergebnis meines Sabbaticals, aus dem ich gestärkt und so klar wie noch nie zuvor herausgegangen bin. Ich freue mich, dir mit meinen Erfahrungen auch bei deinem Prozess im Coaching beizustehen und dich zu unterstützen.
Im zweiten Halbjahr geht es trotzdem mit ordentlich Schub weiter! Ich zehre immer noch von den unglaublich tiefgehenden Begegnungen im Juni und Juli, bei der Gleichstellungsbeauftragten Gensingen-Sprendlingen an der Kräuterwanderung „Maria und ihre Kräuter“ und bei der Gleichstellungsbeauftragten Nieder-Olm im Workshop „Zwischen Wertschätzung und Wertlosigkeit“. So tolle Frauen* und so schöne Begegnungen. Der Knaller war natürlich das Panel beim Open Ohr in Mainz, bei dem ich mit anderen ganz tollen Vertreter:innen aus dem Bereich Demokratiebildung zu Jugendarbeit und Demokratie sprechen durfte (falls du es gesehen hast, lass mir doch gerne eine Nachricht da). Danke, dass ihr mich dahattet, es hat so viel Spaß gemacht, und ich habe wieder so viel Hoffnung für eine gute und schöne und vor allem gerechte Welt mitgenommen – diese Energie brauchen wir!
Im Juli stehen einige interne Seminare mit einer großen Verwaltung in RLP an: Betriebliches Gesundheitsmanagement mit systemischen Blick. Wenn du dir für dein Unternehmen Ähnliches wünschst, bitte, hier entlang. Und die Reihe mit der VHS Wiesbaden startet, bei der es um Arbeitsaspekte und Vereinbarkeit geht, ein Thema, das mir schon so lange am Herzen liegt und immer noch aktuell ist.
Im August pausiert die Rosengruppe, geht im September am ersten Donnerstag aber wie gewohnt weiter. Ich freue mich über alle, die reinschnuppern möchten: Die Gruppe lebt und lernt voneinander, dass es ein Fest ist 🙂 Der August ist auch der perfekte Monat, um sich das Klimageschehen aus Sicht des Projekt Frei-Garten genauer anzuschauen und beim Kräuterspaziergang mit der Gleichstellungstelle Mainz-Bingen dabei zu sein. Es wird feministisch und wild, kann ich dir verraten! Die Anmeldung kannst du über den Link in den Seminaren tätigen.
Damit mir zwischendrin nicht langweilig oder gar kalt wird, habe ich noch ein privates Projekt realisiert, das mich sicher noch inspirieren wird, aber davon mehr, wenn es geschafft ist… Bis dahin kannst du dir gerne die aktuelle Folge des Podcasts anhören und mit mir gemeinsam zum Thema „Erwartungen“ denken. Die nächste ist schon in der Mache und wird spätestens in den nächsten Tagen veröffentlicht.
Bleib kühl, trink genug und komm gut durch den Sommer- und wenn du kannst, stell den Tieren ein Schälchen Wasser in den Schatten hin. Danke schön!
Was ich gerade höre: Ganz viel Lob 🙂 #cheekygit
Was ich gerade lese: Die letzten paar Seiten von Die Wolfsfrau von Clarissa Pinkola Estes … nichts für so nebenbei, eher in Häppchen und tiefer Reflexion zu lesen… so wertvoll!
Was mich inspiriert: Die Kreativität, die in uns allen schlummert und die sich auch nach Jahren des Brachliegens zuverlässig zurückmeldet, wie eine ewig sprudelnde Quelle, aus der wir nach langer Trockenheit trinken können … (okay, der Sommer hat hier eindeutig den Stift geführt).