An dieser Stelle teile ich aktuelle Entwicklungen rund um Anker im Alltag und erzähle dir, was mich gerade beschäftigt. Schön, dass du mitliest. 🙂
Update Februar 2026
Imbolc, das keltische Fest für den Frühling, oder Lichtmess, das Fest für das kommende Licht, wird am 1. Februar gefeiert. Traditionell ist das der Zeitpunkt, an dem spürbar ist, dass die Tage heller und länger werden: Der Winter ist überlebt, es geht nun mit den Erkenntnissen aus dieser Zeit hinaus in ein neues Jahr voller Leben.
Ich kann kaum beschreiben, wie sehr ich dieses Licht gerade brauche und wie sehr ich dabei bin, es in meine täglichen Handlungen fließen zu lassen:
Zwischen immer wieder neuen unfassbaren Meldungen rund um rückwärtsgewandte anti-menschliche Politik, gewaltvollen Handlungen gegen Frauen* und Kinder und die beinahe tägliche globale Neusinzenierung von Orwells 1984 als sei es eine Handlungsvorlage, kann es schon so aussehen, als wäre der „kleine Alltag“ mit seinen Ritualen unwichtig geworden. Aber genau dieses Übermaß an negativer Berichterstattung treibt eine Geschichte an, die uns erzählt werden soll, um Hoffnung und Liebe zu unterwerfen und Emotionen und Geist unter Kontrolle zu bringen. Widerstand und Aufbegehren ist umso nötiger, je weniger es möglich erscheint, und damit meine ich nicht, dass wir die ganze Zeit wutschreiend in Demonstrationen verbringen sollten, in denen wir unsere Energie verbraten, so dass am Ende keine Kraft mehr für die Alternative übrig ist. Im Gegenteil: Jetzt ist einerseits genau die Zeit, um die Geschehnisse klar zur Kenntnis zur nehmen, dagegen zu sprechen, wenn es möglich ist, aber dann auch wieder zurückzukehren zu Praktiken von Fürsorge und Hoffnung im Alltag.
Ich bin zum Beispiel dazu übergegangen, für mehr Sichtbarkeit von (immer noch) marginalisierten Gruppen zu schaffen, indem ich weiter über sie spreche und schreibe. Mit meinem frisch veröffentlichten Artikel zu Alleinerziehenden auf Socialnet.de helfe ich etwa dabei, Alleinerziehende und ihre Lebensrealitäten sichtbarer zu machen. Für den SWR war ich an einem Dreh im VAMV Landesverband Rheinland-Pfalz beteiligt, der zum 8. März ausgetrahlt wird (link folgt), und neue Seminare rund um Empowerment sind schon geplant.
Auch dir steht es frei, dich einzubringen, wo und wie es dir gerade möglich ist! Für eine bessere und liebevollere Welt kannst du jetzt, hier und heute:
Die ersten Saaten (Grünkohl, Radiesschen, Paprika, Kresse, Babysalat) auf der Fensterbank anzüchten. Deine Kinder/Tiere/Frau/Partner/Großeltern drücken und liebhaben. Dich versichern, dass deine Utopie noch steht und weiter an ihr arbeiten. Dir im Spiegel zulächeln, wenn du zerzaust aussiehst. Deine Mahlzeiten einfach und liebevoll mit regionalem Gemüse gestalten und in Ruhe essen. Deiner Familie und deiner Community deine Zeit schenken, anstatt im Doomscrolling zu verfallen. Dich selbst gut pflegen, mit dem, was du bereits besitzt. Achtsam deine täglichen Aufgaben erledigen.
An Lichtmess ist die Botschaft: Ein einziges Licht reicht, um die Dunkelheit zu vertreiben. Du kannst dieses Licht in dir wiederfinden, wenn du dich auf das besinnst, was dir Kraft gibt und aktiv nach Schönheit suchst. (Schau zum Beispiel die Bäume an: Sie tragen schon die ersten Knospen und wissen, dass sie bald austreiben werden.) Du darfst die Augen immer wieder abwenden von dem, was dir als „neue“ und unumstößliche Realität gezeigt wird- nein, im Grunde musst du das sogar tun, um dir deine Hoffnung zu erhalten.
Ich bin gerade dabei, jeden Tag meine Ziele weiter zu unterfüttern, damit meine Utopie einer traumasensiblen, gerechteren und liebevollen grünen Welt Wirklichkeit wird: Ich schreibe, bereite Seminare vor und führe Gespräche voller Hoffnung und Zuversicht dort, wo mein Wirkkreis ist. Ich lerne weitere Techniken für den Umgang mit Trauma, um noch besser unterstützen zu können, gehe mit meinem Fachwissen in Institutionen, und ich habe mich dem Yoga wieder zugewandt. Es hilft auch, dass ich den Grunge der 1990er wiederentdeckt habe und aus den Texten meine Kraft ziehe.
Vielleicht sehe ich selbst die Ergebnisse meiner Hingabe nicht in vollem Ausmaß, aber das ist in Ordnung. Es braucht Träume, die über uns hinaus gehen, die tiefe Wurzeln über Generationen hinweg haben, und die dann für alle blühen, wenn wir längst nicht mehr hier sind. Diese Wurzeln beginnen im Hier und Jetzt, in deinen und in meinen ganz praktischen Handgriffen, in unseren Worten und in unserem Mit-/Gefühl.
Also, sorg gut für dich. Triff dich mit Gleichgesinnten, steh auf und sprich, sprich eine bessere Welt in die Wirklichkeit, die ALLEN dient, die Liebe im Herzen haben. Und wenn du nicht mehr kannst, wenn du müde bist, dann ruh.dich.aus. Du bist nicht allein. Du musst nicht alleine die Welt retten.
Was ich gerade höre: Soundgarden, Louder than love. Oder Bikini Kill, wenn female rage mich überkommt.
Was ich gerade lese: Unlearn patriachry 1 und 2, hervoragende Argumente und intersektionale Perspektiven auf feministisch inspirierten Alltag.
Was mich gerade inspiriert: Alle männlich gelesenen Personen, die sich für Feminismus aussprechen, Frauen* in ihren Alltagskämpfen beiseite stehen und sich gegen herrschende Macht- und Geschlechterhierarchien und -erwartungen aussprechen und aktiv einsetzen, indem sie sich diesen verweigern.
Update Dezember 2025
Puh, das war ein heftiges Jahr. In Gesellschaft und Politik hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Standards immer wieder treu zu bleiben und für das einzustehen, was zählt-ganz besonders, wenn sich die zugehörigen Werte rund um Chancengleichheit, Feminismus und Frieden drehen. Wir haben alle Platz am Tisch, wenn wir zusammenrücken und uns daran erinnern, dass wir alle gleichwertige Wesen auf diesem Planeten sind. Und wir haben ein Recht darauf, gehört, gesehen und beteiligt zu werden, auch wenn wir nicht die Sprache sprechen, die verlangt wird, nicht die Hautfarbe tragen, die Macht verspricht, nicht den „typischen“ Weg gegangen sind oder gehen, und ganz besonders auch, wenn wir nicht als Mensch, sondern als Tier, Pflanze, Erde und Land gelten und auf den ersten Blick keinen „Gewinn“ bringen- zumindest in den Händen des patriarchalischen Kapitalismus. Es gibt keine Trennung von Innen und Außen, alles gehört dazu.
Trotz vieler Bewegungen im Außen habe ich in diesem Jahr (mindestens!) drei für mich immens wichtige Meilensteine erreicht:
Im April ist der Podcast an den Start gegangen, der sich seitdem einer stetig wachsenden Hörer:innenschaft erfreut. Ich danke euch so sehr, dass ihr etwas von dem mitnehmt, was ich zu sagen habe, und dass ihr für eure eigene Entwicklung etwas herausziehen könnt. Liebe geht raus.
Der zweite Meilenstein sind genau genommen (bis dato) 49 Meilensteine: Das ist die Anzahl an Seminaren, an Terminen und an Workshops/Coachings, die ich 2025 gehalten habe, neben der Arbeit im VAMV Aufsichtsrat, neben den Gremien für die Frauenarbeit und neben meiner Forschung. Das ist eine ganze Menge, dafür, dass ich Anker im Alltag als kleines Sideprojekt aufgezogen habe, um einem inneren Anteil Raum zu verschaffen. Auch dafür, danke, ihr seid wunderbar, ich bin so stolz und dankbar, dass ich tun darf, was ich liebe-dank EUCH.
Der dritte Meilenstein ist privater Natur, aber ich teile ihn, denn ich bin mir meiner Verantwortung bewusst: Die, die voran gegangen sind, erzählen vom Weg, damit ihn weitere gehen können. Ich habe mich in diesem Jahr aus zwei sehr ungesunden Beziehungssystemen befreien können. Diesen Schritt habe ich über die letzten drei Jahre vorbereitet und geplant, und es steckt eine tiefe Leidensgeschichte hinter beiden, die ich nun hinter mir gelassen habe.
Ich habe den Prozess dieser Wandlung für mich aufgezeichnet und kann im Rückblick nur sagen, wie viel Kraft und immer wieder neue Motivation es mich gekostet hat, dranzubleiben. Ich habe es geschafft, ich bin durch diese Erfahrung zurück zu mir selbst gekommen, und ich bin unglaublich stolz und froh, dass es mir gelungen ist. Damit sage ich allen, die noch in der gleichen Situation stecken: Bleib dran. Vertraue dir und deinen Gefühlen, und unternimm die winzigen Schritte, die dir wie „nichts“ vorkommen: Sie führen in die Freiheit. Und-keine Sorge: Meine Erfahrungen sind nicht verloren, das nächste Projekt wartet schon.
Für das Jahresende erlaube ich mir nun, ein paar lose Prozesse noch zu beenden, bevor ich mit Stolz und Freude auf das kommende Jahr schaue. Es wird grandios, es wird bunt, und es wird phänomenal. Yeah!
Komm gut mit nach 2026, danke, dass du du hier mitliest und danke, dass du dabei bist.
Was ich gerade höre: Silent Agreement – fetzt, groovt, sowas hat mir noch gefehlt. Grüße an die Band!
Was ich gerade lese: Bram Stokers Dracula, muss einfach sein.
Was mich inspiriert: Alle Frauen, die sich auf den Weg in ihr eigenes Leben machen und darauf vertrauen, dass sie irgendwo wieder ankommen. Bleibt dran, ihr schafft das, und ihr seid wunderbar.